IMMER AM BALL mit Werner Rohrer
01.05.2026 SportSturm Graz kam im Heimspiel gegen Austria Wien über ein 1:1-Unentschieden nicht hinaus. Mit dem vierten Remis in Folge verloren die Schwarz-Weißen die Tabellenführung an den LASK. Die Linzer feierten in Hartberg einen klaren 5:1-Sieg. Fakt ist, dass die Grazer den Titel nun nicht ...
Sturm Graz kam im Heimspiel gegen Austria Wien über ein 1:1-Unentschieden nicht hinaus. Mit dem vierten Remis in Folge verloren die Schwarz-Weißen die Tabellenführung an den LASK. Die Linzer feierten in Hartberg einen klaren 5:1-Sieg. Fakt ist, dass die Grazer den Titel nun nicht mehr aus eigener Kraft verteidigen können. Der LASK steht erstmals seit Jahren an der Tabellenspitze und wechselt damit vom Jäger zum Gejagten. Man wird sehen, wie die Oberösterreicher mit dieser Rolle zurechtkommen. Die Qualität an Spielern, vor allem in der Offensive, dazu ein Trainer, der polarisiert und damit Druck und Aufmerksamkeit auf sich lenkt, spricht jedenfalls für die Linzer.
Bei Sturm fehlt einem der Glaube, dass man mit dem restlichen zur Verfügung stehenden Offensivpersonal (unter Fabio Ingolitsch gab es in der Liga nur drei Tore von nominellen Stürmern) das Ruder noch herumreißen kann. Schwer wiegt aber auch, dass die Fans aktuell wenig Spaß haben, Sturm zuzuschauen. Im heißen Endspurt, wo noch immer alles passieren kann, ist es zwar legitim, alles einem möglichen Punktgewinn unterzuordnen. Allerdings sollte das auf Sicht gesehen der größte Hebel sein, an dem der Meister ansetzt. Sonst könnte es leicht sein, dass die Zeit eines bei fast jedem Spiel ausverkauften Stadions Geschichte ist. Am kommenden Sonntag steht für Sturm Graz der Schlager in Salzburg auf dem Programm. Alles andere als ein Sieg könnte schon das Ende der Titelträume bedeuten.
Für den LASK steht vor dem montägigen Heimspiel gegen Rapid das morgige Cupfinale gegen Altach auf dem Programm. Die Linzer gehen als Favoriten in das Duell und könnten mit einem Sieg den ersten Schritt in Richtung Double machen. Hartberg ist am Sonntag bei Austria Wien zu Gast. Trainer Manfred Schmid ist dem Verein zuvorgekommen und hat vor dem Spiel gegen den LASK seinen Abschied aus Hartberg bekanntgegeben. Ich schätze Obmann Erich Korherr sehr, doch in dieser Trainercausa bekommt er von mir ein dickes Minus.
Für den GAK heißt es nach der 0:1-Auswärtsniederlage gegen Wolfsberg Abstiegskampf pur anstelle von Europacupträumen. Es warten drei beinharte Endspiele auf die Rotjacken. So gesehen zählt im samstägigen Heimspiel gegen WSG Tirol auch nur ein Sieg. Bei einer Niederlage droht die Rote Laterne.
7000 Grazer Eishockey-Fans verwandelten am vergangenen Sonntag den Hauptplatz in ein oranges Meer. Der erste Meistertitel der Graz99ers wurde mit einem imposanten Fest gebührend gefeiert. Präsident Herbert Jerich packte seinen 99ers-Lamborghini aus und die Mannschaft fuhr mit dem Cabrio-Bus durch die Herrengasse. Dabei wurde unter dem Jubel der Fans der pompöse Meisterpokal präsentiert. Ehrenpräsident Jochen Pildner-Steinburg drängten sich bei aller Freude aber auch leise Zweifel auf: „Wir verfügen mittlerweile über eines der höchsten Budgets in der Liga. Das ist die freie Entscheidung von Herbert Jerich. Wir haben ein Grundbudget vereinbart, und alles, was darüber hinausgeht, muss er aufbringen. Und das tut er – und zwar sehr kräftig. Die Frage ist: Was kann ich erreichen? Wo geht es mit den hohen Gagen hin? Wir haben im Eishockey keine Strukturen, die nach oben hin besser sind. In der Champions League kann man Ehre, aber keine finanziellen Wunderdinge erwarten. Man muss sich die Frage stellen, ob sich das lohnt.“ So gesehen ist zu hoffen, dass Präsi Jerich noch viele Jahre Lust am Spitzen-Eishockey hat.