„Genossenschaft steht auf solidem Fundament“
24.04.2026 RegionalesDie LGE übertrifft mit einem abermaligen Rekordergebnis die internen Ansprüche. Seit Dezember ist der Milchpreis aufgrund von globaler Mehrproduktion im Sinkflug.
Vergangene Woche hielt die Landgenossenschaft Ennstal (LGE) ihre 96. ...
Die LGE übertrifft mit einem abermaligen Rekordergebnis die internen Ansprüche. Seit Dezember ist der Milchpreis aufgrund von globaler Mehrproduktion im Sinkflug.
Vergangene Woche hielt die Landgenossenschaft Ennstal (LGE) ihre 96. Generalversammlung ab. „Unsere Genossenschaft steht auf einem äußerst soliden Fundament“, resümierte der Vorstandsvorsitzende Markus Gerharter. Mit einem Gewinn von knapp 15 Millionen Euro konnte der Konzern das Rekordergebnis vom vergangenen Jahr nochmals übertreffen. Der Gesamtumsatz lag bei fast 590 Millionen Euro, was ein Plus von rund 42 Millionen Euro bedeutet. Das liege sogar über den hohen internen Ansprüchen und Erwartungen, so Gerharter. Ein Lagebericht sei aufgrund schwer vorhersehbarer geopolitischer und damit wirtschaftlicher Entwicklungen nur eingeschränkt möglich. Das Gebot der Stunde: Antworten auf volatile Märkte zu finden. Dennoch ortet Gerharter erste positive Signale und meint vorsichtig, dass die Rezession überwunden sein dürfte. In Summe beschäftigt die LGE über 1700 Mitarbeitende. Im Vorjahr investierte das Unternehmen mehr als 13 Millionen Euro und für das laufende Jahr sind knapp 17 Millionen vorgesehen.
Hohe Exportquote
Die Ennstal Milch verarbeitete im Vorjahr über 90 Millionen Kilogramm Milch von 588 Landwirten aus der Region. Rund ein Viertel der Liefermenge ist Bioqualität, 58 Prozent der verarbeiteten Produkte exportiert die Molkerei ins Ausland. Neben der Fokussierung auf Qualität und Kosten sei die konsequente Ausrichtung auf Markt und Kunden entscheidend. In der Käserei Gröbming befindet sich derzeit ein neues Produkt in Form eines Brotes in Umsetzung, die Molkerei Stainach brachte im Vorjahr ein Proteinwasser neu auf den Markt. Aktuell arbeitet man an einem Kaffeekonzentrat in der Glasflasche. Wie jedes Jahr hebt der Vorstandsvorsitzende den „au- ßerordentlich guten Milchpreis“ hervor, der 3,58 Cent über dem Durchschnitt der sieben größten Molkereien Österreichs liege.
Preisverfall
Zwar seien laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden Andreas Radlingmaier durch die überdurchschnittlichen Abnahmepreise die Interessen der Mitglieder gewahrt, dennoch zeichnete er das Bild eines schwierigen Marktumfeldes. Aufgrund der internationalen Mengensteigerungen sei ein Angebotsmarkt entstanden, was einen Preisverfall zur Folge hatte. Seit Dezember musste die Genossenschaft den Milchpreis Monat für Monat von 55 auf 44 Cent pro Kilogramm senken. „Mit einer gewissen Volatilität müssen wir in der freien Marktwirtschaft leben. Neu ist aber die Geschwindigkeit und die Dimension nach unten“, gibt Radlingmaier zu bedenken. Es sei dies die fünfte Milchkrise in seiner 30-jährigen Funktionärslaufbahn. „Nach jedem Tiefpunkt ist es auch wieder nach oben gegangen. Die Prognosen für die Milch sind nicht schlecht“, sprach er den Mitgliedern Mut zu.
Expansion
Trotz massiver Preissteigerungen, insbesondere bei Rinder- und Geflügelfleisch, erzielte die Landena-Gruppe aufgrund von Absatzsteigerungen und Optimierungsmaßnahmen ein solides Ergebnis. Gemäß dem genossenschaftlichen Auftrag ist auch die Landena bestrebt, überdurchschnittliche Preise für Rinder zu bezahlen. Insgesamt wurde bei den 6900 angelieferten Tieren eine Überzahlung von über 800.000 Euro gegenüber dem Börsepreis erzielt. Die Tierfreund KG bereitet aktuell den Markteintritt in die USA vor. In der Landmarkt KG erwirtschafteten alle Geschäftsbereiche ein positives Betriebsergebnis. In den letzten Jahren baute die Handelssparte ihre Marktposition in der Region sukzessive aus. Die Übernahme von „Let‘s do it Mandl“ in Gröbming (seit 1. Jänner „Baufreund Gröbming“) und des Sparmarktes in Rottenmann (1. März) sind die neuesten Filialen im Landmarkt-Portfolio. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 750 Mitarbeitende in drei Bundesländern.
Nachschärfung
In seinem Gastreferat gab der Abgeordnete Alexander Bernhuber Einblicke in die Entscheidungsgremien der Europäischen Union. Viele Verordnungen, die direkte Auswirkungenen auf die Landwirtschaft haben (Green Deal, Entwaldungsverordnung, Lieferkettengesetz) seien zu einer Zeit mit anderen Rahmenbedingungen getroffen worden. Manche würden am Ziel vorbeischießen, weswegen es Nachschärfungen und Ausnahmeregelungen geben werde. Der designierte Bürgermeister von Stainach-Pürgg, Bernhard Schachner, dankte der Genossenschaft für die verlässliche Partnerschaft. Eine Spitze in Richtung Landesregierung hinsichtlich des abgesagten Leitspitals konnte er sich nicht verkneifen: „Hätte ich so eine Eigenkapitalquote wie die LGE, würde ich das Krankenhaus selber bauen.“
