Nach einer sehr langen Übergangszeit steigt seit Jänner 2024 das Pensionsantrittsalter der Frauen schrittweise auf 65 Jahre. Aktuell liegt es bei 61,5 Jahren und bietet eine Gelegenheit, die Folgen genauer zu analysieren. Man kann zusammenfassend festhalten, dass die Betroffenen ...
Nach einer sehr langen Übergangszeit steigt seit Jänner 2024 das Pensionsantrittsalter der Frauen schrittweise auf 65 Jahre. Aktuell liegt es bei 61,5 Jahren und bietet eine Gelegenheit, die Folgen genauer zu analysieren. Man kann zusammenfassend festhalten, dass die Betroffenen einfach länger arbeiten, genauso wie es gewünscht ist. Die Beschäftigungsquote der 61-Jährigen ist massiv angestiegen, die Arbeitslosigkeit kaum. Das Modell kann damit als voller Erfolg betrachtet werden.
Damit gewinnt auch die alte Forderung sämtlicher Experten, das Pensionsalter an die Lebenserwartung anzupassen, deutlich an Gewicht. Immerhin ist das durchschnittliche Pensionsalter seit fünfzig Jahren fast gleichgeblieben, während sich die Lebenserwartung um sieben Jahre erhöht hat. Zur Finanzierung dieses massiven Ungleichgewichtes gibt es nur drei Möglichkeiten: Die Erhöhung der Beiträge (oder wie momentan unfinanzierbare Zuschüsse des Staates), eine deutliche Absenkung der Pensionshöhe oder eben eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit.
Beitragserhöhungen und Leistungssenkungen sind realpolitisch nicht in einem Ausmaß umsetzbar, das eine weitere Finanzierung des Systems ermöglicht. Daher bleibt als Lösung nur eine Erhöhung des Antrittsalters und das zeitnah und in einem deutlich spürbaren Ausmaß. Jetzt ist belegt, dass das eben nicht zu steigender Arbeitslosigkeit führt und dass die Betroffenen am Arbeitsmarkt auch gebraucht werden. Daher wäre es höchst an der Zeit, die Scheinargumente gegen einen späteren Pensionsantritt über Bord zu werfen. Länger zu arbeiten ist kein gravierender Einschnitt, und in Pension sind wir dann trotzdem noch länger als je zuvor in der Geschichte.
Franz Wallig