Vor etwa sechs Monaten hat die Wehrdienstkommission ihre Reformvorschläge der Regierung unterbreitet. Passiert ist seither nichts und die Ungeduld wird grö- ßer. Immerhin wurde auch noch nicht wirklich über das Thema diskutiert, man hat eher den Eindruck, als wären die ...
Vor etwa sechs Monaten hat die Wehrdienstkommission ihre Reformvorschläge der Regierung unterbreitet. Passiert ist seither nichts und die Ungeduld wird grö- ßer. Immerhin wurde auch noch nicht wirklich über das Thema diskutiert, man hat eher den Eindruck, als wären die Regierungsparteien froh, wenn die Debatte im Sand verläuft. Freilich ist die Bedrohungslage in Europa nicht kleiner geworden und die Verteidigungsmöglichkeiten Österreichs sind immer noch sehr gering.
Immerhin hatte zu Beginn der Debatte noch Einigkeit geherrscht, dass sich das Österreichische Bundesheer besser aufstellen muss. Dazu sollte einerseits ein längerer Grundwehrdienst beitragen und andererseits sollte mehr Geld und eine attraktivere Ausbildung für neue Stärke sorgen. Allerdings scheint man inzwischen zur Überzeugung gelangt zu sein, dass mit dem Thema innenpolitisch kein Blutstropfen zu gewinnen ist. Und daher möchte man das Aussitzen und am liebsten wohl gar nichts machen.
Natürlich werden die Jugendlichen im Zweifel lieber weniger lange Zeit beim Heer verbringen und auch der Einsatz von finanziellen Mitteln für das Bundesheer ist nicht populär. Aber wenn man diese kurzfristige Sicht vor die öffentliche Sicherheit stellt, geht man natürlich ein großes Risiko ein. Gerade in unsicheren Zeiten ist das wohl nicht die beste Entscheidung und man sollte den Vorschlägen der Kommission folgen. Eine funktionierende Verteidigung samt leistungsfähiger Zivildiener sollte uns das wert sein. Immerhin war die geopolitische Lage vor unserer Haustür schon lange nicht mehr so angespannt wie jetzt.
Franz Wallig